Hallo an alle!
Ich heiße Camille Hubert (Cam-Art), ich bin Französin und 2D Animationszeichnerin.
Heute stelle ich euch meinen Beruf vor und teile mit euch meine Erfahrungen im Bereich der Animation.
Ich hatte die Gelegenheit, in Deutschland zu leben und zu arbeiten (Studio Soi, Ludwigsburg) und in diesem Rahmen wurde ich gebeten, von meinem Werdegang zu sprechen.
Zunächst, was ist eine 2D Animation?
Die 2D Animation haucht einer Zeichnung Leben ein: man erschafft die Illusion einer Bewegung, indem man Bild für Bild eine Person, eine Sache oder eine Form zeichnet. Es gibt mehrere große Animationsbereiche:
- Traditionelle Animation: wird mit Stift auf Papier gezeichnet (Schneewittchen, Looney Tunes, Miyazaki)
- Digitale Animation 2D: diejenige, die ich selbst anwende. Die Techniken sind fast die gleichen wie die traditionellen, aber am Computer gezeichnet (wie die meisten Animationsserien ausgehend von Mangas, oder die amerikanischen Cartoons).
- Animation 3D: wird ebenfalls am Computer gezeichnet, aber technischer und näher an Programmierung, sehr weit verbreitet in der aktuellen Industrie (Die Eiskönigin, Arcane oder KPop Demon Hunter)
- Animation Stop Motion (Technik, die durch fotografieren von physisch leicht veränderten Objekten Bild für Bild entsteht): diese Technik wird heute kaum mehr benutzt (Wallace & Gromit, Pingu, Kubo)
Selbst wenn diese Animationstechniken einige künstlerische Grundlagen teilen, sind die Methoden und angewandten Werkzeuge sehr unterschiedlich.
Heute ist der Beruf des Animationszeichners ein technischer Beruf mit soliden künstlerischen Grundlagen.
Das Digitale hat das Traditionelle ersetzt, denn diese Technik ist schneller und weniger kostenintensiv. Dies bedeutet, dass man eine große Anzahl an technischen, teils komplexen Programmen beherrscht, die sich sehr der Programmierung annähern.
In einer Agentur arbeiten oder auf selbständiger Basis
In der Animation kann man arbeiten:
- angestellt in einer Agentur und für ein bestimmtes Projekt
- als Freelancer, also auf selbständiger Basis, indem man für mehrere Kunden arbeitet
Ich persönlich habe die Arbeit in der Agentur vorgezogen, weil sie eine gewisse Stabilität mit sich bringt. Aber das ist nicht einfach: es gibt wenig Platz und die Verträge sind befristet. Wenn das Projekt zu Ende geht, braucht die Agentur einen nicht mehr unbedingt und man muss einen neuen Vertrag suchen. Also muss man akzeptieren, dass man oft umzieht, sogar das Land wechselt.
Als Freelancer gewinnt man an Freiheit, aber es ist sehr schwierig, regelmäßig Kunden zu finden, vor allem wenn man anfängt. Auch unsere finanzielle Situation kann sehr instabil sein.
Mein Werdegang
Ich zeichne seitdem ich klein war, also schon immer, und ich wusste früh, dass ich in diesem Bereich arbeiten wollte. Ich habe daher eine Animationsschule in Bordeaux besucht, wo ich meine Kompetenzen erlangt habe.
Mein Diplom erhielt ich 2020, während der Corona Pandemie, was meine Anfänge im Berufsleben sehr kompliziert hat. Und trotz all dem habe ich mehrere Stellen in Agenturen gefunden. Ich habe mich auf 2D Animation spezialisiert und konnte somit für mehrere Produktionen arbeiten:
- The Wonderfully Weird World of Gumball (Studio Soi Ludwigsburg, der Grund meines Umzugs nach Deutschland)
- Wakfu (Studio Ankama)
- Ivandoe (Studio Sun Creature, Cartoon Network)
- und auch kleinere Produktionen
Um mehrere Einkommensquellen zu haben, habe ich auch kleine Aufträge als Freelancerin angenommen, z.B. Zeichnungen für Personen, die ihre eigenen Ideen umgesetzt haben möchten.
Die Produktionskette in der Animation
Die Animation ist Teamarbeit. Jedes Projekt wird schrittweise dank einer Kette von sehr verschiedenen Berufen, die alle voneinander abhängig sind, durchgeführt.
Vorbereitung einer Produktion
- Künstlerisches Konzept: Design der Kreation (Persönlichkeiten, Deko, Objekte)
- Szenario: Schaffung einer Geschichte
- Storyboarder: Pläne für die Kamera erstellen, Abläufe und Bewegungen für die Animation erstellen
Produktion
- Key animator (Hauptverantwortliche/r für Desing): die Schlüsselszenen der Animation erstellen
- Clean-up artist: die Zeichnungen sauber darstellen
- FX artist: die Spezialeffekte zeichnen (Rauch, Wasser, Magie…)
Nacharbeit der Produktion
- Compositing: Zusammensetzung aller vorangegangenen Elemente (Animationen & Spezialeffekte & Deko, etc.)
- Filmaufbau
- Tonmischung
- Fertigstellung
Die 3D Studios verfolgen ebenfalls diese Logik, haben aber auch ihre eigenen spezifischen Berufe: rigger (verantwortlich für die technische Vorbereitung und Durchführung während der Animation), texture artist (Texturkünstler: spezialisierter Experte in den Bereichen digitale Kunst. Zuständig für die Erstellung und Anwendung von Texturen auf 3D Modellen), lighting (Lichttechnik), rendering (Umwandlung von Rohdaten in ein fertiges Bild), etc.
Jeder Beruf benötigt unterschiedliche Kompetenzen: zeichnen ist nicht zwingend überall. Aber je mehr Kompetenzen ihr beherrscht, desto mehr Chancen habt ihr, Arbeit zu finden. Und Achtung: selbst wenn ihr begabt seid, wenn ihr nicht die Computerprogramme der Agentur kennt, kann man euch die Einstellung verwehren.
Die wichtigsten Computerprogramme
In der 2D Animation sind die wichtigsten Programme Toon Boom, TV Paint und Adobe Animate.
In der 3D Animation sind die Klassiker Blender und Maya.
Aber alle anderen Berufe haben ihre eigenen Computerprogramme (z.B. für die Zusammensetzung Nuke/After Effects/Fusion/Natron/etc.)
Welches Studium oder Ausbildung braucht man?
Mein Studium habe ich in Frankreich, in Bordeaux absolviert. Ich kenne nicht genügend Schulen in Deutschland, um etwas zu empfehlen. Auf jeden Fall ist es wichtig, die Schule zuvor zu besuchen und mit den Studierenden zu sprechen um sicherzustellen, dass ihr Werdegang mit den Kompetenzen übereinstimmt, die ihr erlangen und entwickeln wollt.
Es ist natürlich möglich, auch alleine zu lernen, durch Online Kurse und Schulungen, aber da muss man sehr diszipliniert sein.
Und vergesst nicht, Englisch ist unverzichtbar, da ihr oft in Agenturen mit ausländischen Kollegen und Kolleginnen arbeitet und vor allem mit englischen Programmen.
Die Berufswirklichkeit
Die Animation ist ein schwieriges Thema, vor allem seit Corona. Es kann kompliziert sein, Arbeit zu finden und die Konkurrenz ist groß. Selbst wenn dieser Beruf zum Träumen anregt, es ist vor allem ein leidenschaftlicher und unerbittlicher Beruf. Man muss akzeptieren, einen Großteil seiner Freizeit in die Verbesserung der eigenen Fähigkeiten zu investieren, eigene Projekte zu entwickeln, viel zu üben mit Computerprogrammen und viel zu opfern, um manchmal wenig zu gewinnen und verdienen.
Es ist kein leichter Weg, aber wenn ihr leidenschaftlich und motiviert seid, ist das ein unglaublich reicher und kreativer Bereich, in dem ihr euch entfalten könnt und wunderbare Begegnungen machen könnt!
Ich hoffe, dass ihr Spaß daran hattet, meinen Beruf zu entdecken!
Eure Camille
PS: Besucht mich auf Instagram Cam-Art und schaut mal bei meinem YouTube Kanal vorbei!
PPS: Wer Lust (und die Fähigkeit) hat, ihren Beitrag im Original zu lesen, der findet ihn hier:
Le lun. 24 nov. 2025 à 11:53, Camille Hubert a écrit :
Bonjour à tous ! Je m’appelle Camille Hubert ( Cam-Art ), je suis française et animatrice 2D. Aujourd’hui, je vous présente mon métier et partage mon expérience dans le milieu de l’animation.
J’ai eu l’opportunité de venir vivre et travailler en Allemagne, au sein du Studio Soi, et c’est dans ce cadre que l’on m’a proposé de vous parler de mon parcours.
D’abord, qu’est-ce que l’animation 2D ?
L’animation 2D consiste à donner vie à un dessin : on crée l’illusion du mouvement en dessinant image par image un personnage, un objet ou une forme. Il existe plusieurs grandes branches dans l’animation :
– Animation traditionnelle : réalisée au crayon sur papier ( Blanche Neige, Looney Tunes, Miyazaki )
– Animation 2D numérique : celle que je pratique, les techniques sont presque les mêmes que le traditionnel mais réalisé sur un ordinateur ( comme la plupart des séries d’animation adaptées de mangas, ou les cartoons américains )
– Animation 3D : réalisée également sur ordinateur, plus technique et proche de la programmation, très répandue dans l’industrie actuelle ( La Reine des Neiges, Arcane ou KPop Demon Hunter)
– Animation Stop Motion : technique peu courante aujourd’hui, où l’on anime image par image des objets réels déplacés légèrement entre chaque prise photographique ( Wallace & Gromit, Pingu, Kubo )
Même si ces domaines partagent certains fondamentaux artistiques, les méthodes et outils utilisés peuvent être très différents.
Aujourd’hui, l’animation est un métier de technicien avec une base artistique solide. Le numérique a remplacé le traditionnel, car il est plus rapide et moins coûteux. Cela implique de maîtriser un grand nombre de logiciels parfois très complexes, qui se rapprochent presque de la programmation dans certains cas.
Travailler en studio ou en freelance
Dans l’animation, on peut travailler :
– En studio, comme salarié·e sur un projet précis ;
– En freelance, en travaillant pour différents clients privés.
Personnellement, j’ai choisi la vie en studio, parce que c’est un mode de travail plus stable pour moi. Mais ce n’est pas simple : il n’y a pas beaucoup de place et les contrats sont à durée déterminée. Une fois un projet terminé, le studio n’a plus forcément besoin de vous et vous devez chercher un nouveau contrat, donc il faut accepter de déménager souvent, parfois même de changer de pays.
En freelance, on gagne en liberté, mais il est très difficile de trouver des clients régulièrement, surtout quand on débute. Notre situation financière peut aussi être bien plus instable.
Mon parcours
Je dessine depuis toujours et j’ai très tôt su que je voulais travailler dans ce domaine. J’ai intégré une école d’animation en France, l’ECV Bordeaux, où j’ai pu développer mes compétences.
J’ai été diplômée en 2020, en pleine pandémie de Covid, ce qui a rendu mes débuts compliqués. Malgré cela, j’ai fini par trouver plusieurs postes en studio. Je me suis spécialisée dans l’animation 2D, et j’ai ainsi pu travailler sur plusieurs productions :
– The Wonderfully Weird World of Gumball (Studio Soi, la raison de ma venue en Allemagne),
– Wakfu (Studio Ankama),
– Ivandoe (Studio Sun Creature, Cartoon Network),
– ainsi que sur d’autres projets plus petits.
Pour plus de polyvalence dans mes revenus, j’accepte aussi des petites missions de freelance, par exemple la prise de commission pour des gens qui souhaitent que je leur fasse un dessin.
La chaîne de production en animation
L’animation est un travail d’équipe. Chaque projet se construit progressivement grâce à une chaîne de métiers très différents, qui dépendent tous les uns des autres.
Préproduction
– Concept artist : création des designs (personnages, décors, objets).
– Scénariste : création de l’histoire
– Storyboarder : création des plans de caméra, cadrages, intentions de mouvement pour l’animation.
Production
– Key animator : créer les poses clés de l’animation.
– Clean-up artist : mettre au propre les animations.
– FX artist : animer les effets spéciaux (fumée, eau, magie…).
Post-production
– Compositing : assemblage des éléments précédents (animations + effets spéciaux + décors, etc.)
– Montage.
– Mixage son.
– Rendu final.
Les studios de 3D suivent également cette logique, mais ont aussi leurs propres métiers spécifiques : rigger, texture artist, lighting, rendering, etc.
Chaque métier demande des compétences différentes : le dessin n’est pas obligatoire partout ! Mais plus vous maîtrisez de compétences, plus vous augmentez vos chances de trouver du travail. Et attention : même si vous êtes doués, ne pas connaître les logiciels utilisés par un studio peut suffire à vous faire refuser un contrat.
Les logiciels essentiels
En animation 2D, les plus importants sont Toon Boom, TVPaint et Adobe Animate.
En animation 3D, les classiques sont Blender et Maya
Mais tous les autres métiers du secteur ont aussi leurs logiciels ( exemple pour le Compositing : Nuke/After Effects/Fusion/Natron etc. )
Comment se former
J’ai été formée en France à l’ECV Bordeaux, mais je ne connais pas assez les écoles en Allemagne pour en recommander. Dans tous les cas, il est essentiel de visiter une école et de discuter avec les étudiants avant de vous inscrire, pour s’assurer que leur cursus correspond aux compétences que vous souhaitez développer.
Il est aussi possible d’apprendre en autodidacte, grâce à des formations et cours en ligne, mais cela demande beaucoup de rigueur.
Et n’oubliez pas : l’anglais est indispensable, car vous travaillerez souvent avec des studios ou des collègues étrangers, ou sur des logiciels anglais.
La réalité du métier
L’animation est un secteur difficile, surtout depuis le Covid. Il peut être compliqué de trouver du travail, et la concurrence est forte. Même si ce métier fait rêver, c’est avant tout un métier de passion et d’acharnement. Il faut accepter de consacrer une partie importante de son temps libre à progresser, de créer des projets personnels, de s’entraîner aux logiciels, de faire beaucoup de sacrifices pour parfois gagner peu.
Ce n’est pas une voie facile, mais si vous êtes passionnés et motivés, c’est un domaine incroyablement riche et créatif, dans lequel vous pourrez vous épanouir et faire de merveilleuses rencontres !
J’espère que vous avez aimé découvrir mon métier !

