Brainrot – Alltag oder Gefahr?

Brainrot – Alltag oder Gefahr?

Ein aktuelles Thema ist der sog. Brainrot, welcher besonders die Generation Z und Alpha betrifft. Die einen sehen es als gefährlich, während andere darüber lachen.

Doch was ist Brainrot überhaupt? 

Ein Beispiel ist ein Video der Zeit, in welchem einem Redaktor Beispielbilder zum Brainrot gezeigt werden. Eines davon ist ein Flugzeug in der Luft, mit einer Bombe am Bauch des Flugobjekts. Noch auffälliger als die Bombe ist der Kopf des Flugzeuges, denn dies ist der Kopf eines Alligators. Ein Surreales Beispiel. Dieses Bild hat mehr als 23,1 Millionen Aufrufe.  

Das Wort “Brainrot” stammt aus dem Englischen. Wenn man dieses zweiteilt, hat man die Wörter “brain” und “rot” also, Gehirn und Fäulnis. Dadurch wird klar, dass bei diesem Konsum das Gehirn leidet und “matschig” wird. 

Den Ursprung hat das Wort aber nicht aus der Medizin, sondern wegen eines Gemüses.
Der Begriff “Brainrot” steht für den übermäßigen Konsum von belanglosem Content auf den sozialen Medien. Es sind animierte Clips mit bizarren Figuren und absurden Handlungen, wie die Welt berichtet. Veröffentlicht wurde das Wort schon 1854, vom Schriftsteller Henry David Thoreau. Damals ein Gegenstück zur Kartoffelfäule, die damals im Land herrschte. 2024, also 170 Jahre später, wurde es zum wichtigsten Wort des Jahres erklärt.
 

Typische Symptome für den Brainrot sind: Geistige Vernebelung, Verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Probleme beim kritischen Denken, und emotionale Müdigkeit. Während eine kurze Aufmerksamkeitsspanne außerhalb der Schule fast harmlos ist, ist das anders mit der emotionalen Müdigkeit. Diese kann nämlich Angst oder sogar Depressionen auslösen und das nur, weil das Gehirn mit Informationen überflutet wird.  

Online findet man mittlerweile Anleitungen, wie man vom Brainrot wieder wegkommt. Der Youtuber und Medizinstudent Henry Hildebrandt setz sich mit dem Thema auseinander und erklärt in einem fast 20 Minuten Video, wie man den Brainrot innerhalb 5 Tagen bewältigen kann. Er erzählt, dass er von über 9 Stunden Bildschirmzeit täglich, auf unter zwei Stunden gekommen ist.  Vielversprechend für jemanden, der online Hilfe gegen den Brainrot finden will. 

Der junge Student empfiehlt, jeden Morgen mit drei Tasks bzw. mit der Dreifach-Fokus-Prinzip in den Tag zu starten. Das heißt, man überlegt und notiert sich jeden Tag drei Projekte, Ziele oder Aktionen, welche man dann erledigt. Mehr als drei sollten es aber nicht sein, den das führt wieder zur Überreizung des Gehirns, welche wiederum ein Symptom des Brainrots ist.  

Am Ende der fünf Tage berichtet er, dass er konzentrierter ist. Gedanken und Ideen verfolgt er länger und kann diese besser durchsetzen.  

Ein weiterer einfacher Tipp zum Erfolg ist, das Einstellen einer Auszeit in den Einstellungen. Dort kann man einstellen, dass eine bestimmte App sich, z.B. nach einer Stunde Nutzung am Tag, selbst sperrt. Auf dem Bildschirm erscheint dann ein grau/schwarzes Bild, mit der Meldung, dass die Zeit vorbei ist. Bei IPhones erscheint schon fünf Minuten vor diesem Time-out die erste Nachricht. Ein anderer Tipp ist auch das ausmisten der Liste auf den sozialen Medien, wem man folgt oder wen man bisher abonniert hat. Der dritte ist, das Handy regelmäßig in den Nicht-Stören-Modus zu setzen. Nachrichten und Anrufe werden stummgeschaltet und können daher z.B. den Lernprozess nicht unterbrechen. Das Handy kann man aber auch einfach in einen anderen Raum legen, um sich nicht abzulenken zulassen. 

In dem Kommentaren wird, abgesehen von der Kritik an den zu vielen Bildern und der schlechten Musikauswahl, viel Positives berichtet. In den Meisten wird ihm für diesen Bericht gedankt, andere sind begeistert von den Tipps, wieder andere berichten, dass sie ab morgen mit seiner 5-Tage Anleitung starten wollen. 

Auch wenn das Video vielversprechend ist, sollte man dieses mit Vorsicht genießen, denn während des Videos versucht er sein eigenes Buch zu vermarkten. Dieses kann man seit Ende Oktober für 17,- € auf Amazon kaufen. (Wer das Video trotzdem schauen will, klickt einfach HIER.)

Damit man sich nicht von den Hausaufgaben oder dem Vokabeln lernen ablenken lässt, benutze ich beispielsweise eine App namens Planti. Anstatt das Handy in einen anderen Raum zu legen oder in den Nicht-Stören-Modus zu schalten, kann man einen Timer setzen, während man lernt. Wird der Timer gestartet, kann man die App zwar verlassen, aber ein warnender Ton und eine Push-Nachricht erinnern einen, sich wieder auf die Arbeit zu fokussieren und z.B. die sozialen Medien wieder zu schließen. Ist man länger als 30 Sekunden außerhalb der App, wird der Timer ganz gebrochen. Pro Tag und erledigte Aufgabe, gibt es Münzen, mit welchen man dann verschiedene Bäume kaufen kann. Der Hintergedanke ist, um so mehr du lernst, umso mehr wächst auch der Baum. Dieser Baum ist also eine Metapher für dein Wissen, das immer weiter wächst. 

 

Um sich die ganze Ablenkung zu ersparen, ist aktuell sogar ein Social Media Verbot für Kinder in der Diskussion. Der Generalsekretär der CDU Carsten Linnemann fordert ein Verbot für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Als Hauptgründe nennt dieser Mobbing, Gewalt und Pornografie. Sein Argument hier ist, dass die Vereinsamung zunimmt und gleichzeitig die soziale Kompetenz abnimmt. Der Politiker Jens Spahn sieht das ähnlich und ist auch für ein Verbot. Spahn vergleicht die Nutzung von TikTok mit dem Konsum von Heroin. Damit findet er die Sozialen Medien noch schlimmer als Alkohol und Nikotin. Kanzleramtschef Thorsten Frei, auch von der CDU, findet das aber schwer durchsetzbar. 

Während es bei uns noch diskutiert wird, ist es in Australien schon eine Beschlossene Sache. Im Dezember soll nämlich dort ein Social-Media Verbot für unter 16-Jährige in Kraft treten. Ähnlich plant das auch die Dänische Regierung, aber dann für unter 15-Jährige.  (Link & Link)

In unserem Nachbarland Schweiz wird dieses Thema auch heiß diskutiert. In einem Artikel des Schweizer SRF wird berichtet, das auch der oberste Schulleiter der Schweiz einen Jugendschutz fordert. Passend zu dem Thema wurde der Medienpsychologe Professor Daniel Süss der ZHAW befragt. Dieser sagt, dass diese Verbote eine „trügerische Lösung“ seien. Jugendliche würden dann an einem Ort miteinander schreiben, wo die Erwachsenen noch weniger mitbekommen würden.  

Passend zu dem Thema, habe ich den Stellvertretenden Schülersprecher der HGS, Niclas Johnson, befragt. 

Was hältst du von einem Social-Media Verbot für unter 16-Jährige? 

Ich finde, es sollte vielleicht ein Social-Media Verbot für Kinder unter 12 Jahren geben oder einen Pflichtkurs für Jugendliche, damit diese die Gefahren im Internet besser kennenlernen. Ein Experte könnte Schulen besuchen und in z.B. 90 Minuten könnte es einen Crash Kurs für die Kinder und Jugendliche geben. 

Findest du den „Brainrot“ Inhalt gut oder schlecht, und wieso? 

Am Anfang ist der Inhalt gut und lustig, doch nach 2-3 Mal wird es nervig. 

Denkst du, das dieser Inhalt gefährlich ist? 

Ich glaube, dass der Brainrot Inhalt gefährlich für Kinder und Jugendliche ist. Teilweise ist es nicht lustig, sondern sinnlos und diskriminierend. 

 

Auch wenn das Thema kritisch diskutiert wird und meist negativ gedeutet wird, habe ich mal ChatGPT gefragt, welchen positiven Einfluss der Brainrot Inhalt haben kann.
Die Antworten sind:

  • Stressabbau und Ablenkung
  • Kreativer Input
  • Trendbewusstsein
  • Gemeinschaft
  • soziale Verbindungen
  • schnelle Informationsaufnahme
  • emotionale Regulation.

Die KI schreibt, dass durch den witzigen Brainrot Inhalt, geholfen wird, den Alltagsstress abzubauen und für einen Moment abzuschalten. Bei dem Stichwort “Gemeinschaft” schreibt die KI, dass die Trends dieser Inhalte soziale Zugehörigkeit schaffen, denn wenn mehrere Personen ein Meme kennen, kann man sich darüber austauschen. Interessant fand ich auch das Thema „emotionale Regulation“: Absurde oder chaotische Inhalte können emotionale Spannungen lösen, ähnlich wie beim Lachen.
Aber, auch hier heißt es, nur wenn man es bewusst reflektiert.
 

Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass selbst wenn die Inhalte lustig erscheinen, könnte etwas Gefährliches dahinter stecken. Der Brainrot Inhalt beeinflusst uns nicht nur in dem Moment, in dem man ihn konsumiert, sondern auch wenn man z.B. etwas für die Schule lernen will. Die Konzentration und die Aufmerksamkeitsspanne werden beeinflusst und es kann daher unseren Alltag beeinflussen. Ausschlaggebend ist hier aber die richtige Balance. Man kann den Inhalt zwar lustig finden und sich damit vom Alltag entspannen, muss aber auch im Hinterkopf behalten, dass diese Inhalte kaum bis selten realistisch sind. 

#esw 

 

Quellen:

https://youtu.be/kSH-u32DXwU

https://youtu.be/LhX2WeyYuns?si=3bDJzBPZaqfLgvda

https://www.welt.de/iconist/trends/article256172204/Brainrot-Das-ist-ein-Ueberfall-du-Penner-stellen-die-Pinguine-klar.html

https://www.welt.de/politik/deutschland/article68e006c1ffe1b8ea6d20b893/social-media-verbot-bis-16-linnemann-will-debatte-zum-schutz-von-kindern.html

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.brainrot-bedeutung-mhsd.0c348bfd-503a-47ce-8a46-cddffb383d10.html

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