Bundessieger (Elektroniker GS) Johannes Kiener im Interview

Bundessieger (Elektroniker GS) Johannes Kiener im Interview

Johannes Kiener hat im Herbst/Winter 2025-26 seine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme abgeschlossen – und nicht nur einfach abgeschlossen. Als jahrgangsbester Absolvent bundesweit ist er nicht nur eine hoch gefragte Fachkraft und bester unter deutschlandweit rund 3500 Absolventen/innen. Er hat viel zu erzählen und wird so zum interessanten Interviewpartner. Am 05.03.26 war er nochmal zu Gast an „seiner alten Schule“ und stand dem Wochenblatt und uns Rede und Antwort. Begleitet wurde er von seinem Klassen- und Fachlehrer Michael Hörenberg, Pierre Reichmann, dem Ausbildungsleiter der ETO Michael v. Briel und Ausbilder Andreas Schulz.

Interview / Bild: O.Müller-Molenar

Titelbild von links nach rechts: A.Schulz, SL S.Fehrenbach, J.Kiener, M.v.Briel, M.Hörenberg, P.Reichmann

Herr Kiener, herzlichen Glückwunsch. So ein Erfolg darf gefeiert werden und macht neugierig: Wie haben Sie nach Klasse 4 Ihre Schullaufbahn gestartet und mit welchem Schulabschluss haben Sie die allgemeinbildende Schule abgeschlossen?

…  Ich war auf dem allgemeinbildenden Gymnasium, habe dort mein Abitur gemacht und dann beschlossen eine Ausbildung zu machen.

Sie haben sich für eine Ausbildung als Elektroniker für Geräte und Systeme bei der Firma ETO entscheiden. Woher kam die Motivation für diesen anspruchsvollen Ausbildungsgang und diese Firma?

Mein Bruder war schon bei der ETO und von dem her war für mich relativ schnell klar, dass diese Firma für mich ein guter Ausbildungsbetrieb sein könnte. Ursprünglich hatte ich überlegt, mich für Mechatronik zu bewerben, aber im Gespräch ist mir deutlich geworden, dass der Elektroniker für Geräte und Systeme besser zu mir passt.

Wie haben Sie Ihre Zeit in der Ausbildung erlebt – im Betrieb und in der Schule?

Dadurch, dass ich vom allgemeinen Gymnasium gekommen bin, habe ich ehrlich gesagt anfänglich nicht viel Ahnung gehabt, was mich erwartet. Aber meine Ausbildung habe ich als sehr abwechslungsreich erlebt, weil wir in Schule und Betrieb wirklich viel gemacht und gelernt haben. Ich habe einen sehr guten Einblick in die Firmenstruktur und verschiedene Tätigkeitsbereiche erhalten.

Die Frage aller Fragen: Welche Zutaten braucht es, um eine Ausbildung so herausragend erfolgreich abzuschließen?

Das ist schwer zusammenzufassen. Beim Abschluss müssen es sicher nicht bei jeder und jedem die 100 Punkte sein, aber um erfolgreich abzuschließen, muss man sich wohl fühlen und muss eine Idee haben, was einem liegt. Elektronik macht mich neugierig. Ich möchte wissen, warum etwas wie funktioniert, möchte Dinge ausprobieren und weiterentwickeln. Diese Eigenmotivation braucht es. Man braucht den Anspruch an sich selbst, etwas zu lernen. Und das geht nicht ohne die Bereitschaft, die Zeit in Schule und Betrieb wirklich zu nutzen und sich auch darüber hinaus hinzusetzen.

An die Ausbilder: Was war, aus Ihrer Perspektive, der Grund für den wirklich bemerkenswerten Ausbildungserfolg von Herrn Kiener?

Auf dem Niveau geht das nur, wenn man wirklich Interesse mitbringt und etwas lernen will. Und das war und ist bei Herrn Kiener absolut gegeben. So hat sich ergeben, dass wir ihn sehr früh auch mit Aufgaben und Inhalten konfrontieren konnten, die deutlich über dem zu erwartenden Niveau und Leistungslevel lagen. Dass das am Ende auf so einen Erfolg rausläuft, war und ist natürlich unglaublich toll. Einen Bundessieger ausgebildet zu haben, erleben die wenigsten Ausbilder in ihrem Berufsleben.

Wie sieht Ihr weiterer Weg aus, Herr Kiener?  

Ich studiere jetzt im ersten Semester Elektrotechnik und Informationstechnik an der FH-Konstanz. Nebenbei arbeite ich als Werksstudent weiter bei der ETO. Die Kombination aus dem Vorwissen und der praktischen Erfahrung aus der Ausbildung mit der weiterführenden Theorie an der FH und wiederum praktischen Tätigkeiten bei der ETO ist für mich sehr reizvoll und gibt mir die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.

Einschub der Ausbilder:

Wir haben ihm, trotz Umstrukturierung und Einstellungsstopp, den Vertrag als Werkstudent gegeben, weil wir einen motivierten Preisträger unmöglich ganz gehen lassen konnten. Dass Herr Kiener schon jetzt in der Neu-Entwicklung von komplexen Steuerungen für das Klimamanagement von Fahrzeugen arbeitet, spricht für sich.  

Wenn jemand so motiviert unterwegs ist, stellt sich fast zwangsläufig die Frage, wo er sich in 10 Jahren sieht?

Ich hoffe mal, dass ich in 10 Jahren mein Studium geschafft, vermutlich deutlich früher. Dann hoffe ich, in einer Firma arbeiten zu können, deren Produkte mich begeistern und wo die Leute angenehm sind. Ich möchte also vor allem an interessanten, zukunftsgerichteten Produkten arbeiten. Und prinzipiell möchte ich nicht unbedingt so schnell wie möglich soviel Geld verdienen wie möglich, sondern mein Potenzial nutzen und mich weiterentwickeln.

Wie findet ein junger Mensch heute den richtigen Weg für sich?

Wahrscheinlich gibt es da nicht das perfekte Rezept, aber generell kann man sagen: Macht Praktika, interessiert euch, schaut euch um, redet mit den Leuten auch aus eurem Umfeld und werdet euch selbst gerecht. Und bleibt motiviert, von alleine passiert nichts.

(…)

 

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