Unser Schuljahr ist voll von besonderen Terminen, viele davon erfreulich, weil sie Ergebnisse toller Bildungswege aufzeigen. Manche dieser Termine sind deswegen besonders, weil sie Engagement zeigen, welches weit über „Erwartbares“ hinausgeht. Letzte Woche war es mal wieder soweit:
Marc Meßmer, Schüler der Abschlussklasse TG13/1, hat zur Currywurst-Verköstigung gebeten. Das ist an sich nicht so spektakulär. Spektakulär war und ist an der Stelle, dass Marc seine Currywürste voll automatisiert präsentiert. Hierzu Marc im O-Ton:
Die Idee entstand im Alter von 16 Jahren, als ich mit Freunden einen gemütlichen Abend verbrachte. Die Idee war, eine Maschine zu entwickeln, die voll automatisch eine Currywurst zubereitet. Wichtig war mir, dass während der Zubereitung keinerlei Eingriffe vom Bediener erforderlich sind. Ein hoher Automatisierungsgrad sollte also dafür sorgen, dass nach dem Start des Programms die Maschine selbstständig sämtliche Arbeitsschritte der Zubereitung übernimmt.
Die Wurst wird automatisch gegrillt, anschließend geschnitten und zum Schluss mit Currysoße versehen. Die Besonderheit liegt darin, dass die Currysoße präzise auf 46 Grad Celsius erwärmt wird, bevor sie über die geschnittene Wurst gepumpt wird. Auch die Grillkammer wird exakt temperiert, um ein gleichbleibendes Grillergebnis zu erhalten. Dadurch kühlt die gegrillte Wurst nicht all zu schnell ab, sondern bleibt für lange Zeit warm. Der einzige Arbeitsschritt, den der Bediener durchführen muss, ist die Wurst in die Grillkammer zu werfen, eine Schale in die Halterung zu stellen und den Starttaster zu betätigen. Bereits wenige Wochen nach der Idee, habe ich mit der Planung begonnen. Von der Planung bis zum fertigen Prototyp habe ich etwa ein Jahr gebraucht. Ich habe allerdings immer nur wenige Stunden pro Monat daran gearbeitet. Begonnen habe ich mit der Planung und Auswahl der Komponenten für die Grillkammer sowie die Mechanik. Nachdem alle Teile aus Metall fertiggestellt waren, habe ich mit der Elektronik dafür begonnen. Analoge Sensoren überwachen die Grill- sowie Soßentemperatur. Ein digitaler Lasersensor überwacht beispielsweise die Position der Schale. Die Zustände dieser Sensoren werden von einer SPS überwacht, die dann entsprechend einer passenden Programmierung Aktoren wie Heizelemente, Ventile, Leuchtmelder, Rührwerk sowie eine Pumpe ansteuert.
Elektronik fasziniert mich schon seit dem Kindheitsalter. Bereits mit acht Jahren habe ich zusammen mit meinem Opa meinen ersten DC-Motor angeschlossen. Später kam dann ein Arduino-Mikrocontroller, IC´s und schließlich speicherprogrammierbare Steuerungen dazu. Fasziniert haben mich vor allem die unbegrenzten Möglichkeiten, die mittlerweile möglich sind. Ausgehend von meinem Interesse fiel mir auch die Entscheidung für das Technische Gymnasium mit dem Schwerpunkt Mechatronik sehr einfach. Rückblickend habe ich diese Entscheidung noch nie bereut und bin froh sie getroffen zu haben. Gerade im Profilfach hatten wir tolle Lehrer, von denen ich noch einiges dazulernen konnte. Mittlerweile bin ich 19 und durfte dank meines Elektrotechniklehrers Herrn Zipfel den Currywurst-Automat in der Schule zum Abschluss meines Abiturs vorstellen. Ich möchte daher ein großes Dankeschön an Herrn Zipfel aussprechen.
Marc Meßmer (TG13/1)
Bilder: O.Müller-Molenar

die Anlage …

Der Wurst-Cutter

Der Soßenspender

Soßentopf – mit Rührer

ein glücklicher Esser

Fachsimpeln, von links: Steffen Zipfel, Katharina Schmitterer, Björn Philipp, Marc Meßmer


