Kinder und Jugendliche verbringen heute einen großen Teil ihres Lebens am Smartphone, am Tablet, vor Bildschirmen. Das Bild ist allgegenwärtig: Scrollen, Wischen, Klicken. Video folgt auf Video, Clip auf Clip. Spiele werden gestartet, Highscores gejagt, Runden wiederholt. Stunden vergehen – Tage, Monate, Jahre. Und oft bleibt am Ende wenig zurück. Inhalte werden konsumiert, kaum reflektiert, sofort vergessen.
Soziale Medien und Gaming sind längst fester Bestandteil des Alltags junger Menschen. Doch aus Unterhaltung wird Gewohnheit, aus Zeitvertreib oft Zeitverschwendung. Statt selbst zu gestalten, zu erschaffen oder Ideen umzusetzen, bleiben viele Jugendliche im passiven Konsum gefangen. Dabei war es nie einfacher als heute, kreativ zu sein. Nie standen so viele Werkzeuge zur Verfügung, um Musik zu machen, Videos zu schneiden, Texte zu schreiben, Wissen aufzubauen oder eigene Projekte zu realisieren. Alles ist da – jederzeit, kostenlos, griffbereit. Und doch bleibt dieses Potenzial häufig ungenutzt. Genau an diesem Punkt setzt eine ungewöhnliche Aktion aus Singen am Hohentwiel an.
Ein Englisch- und Geschichtslehrer am Technischen Gymnasium Singen hat einen Popsong veröffentlicht. Nicht aus Eitelkeit. Nicht, um Aufmerksamkeit für sich selbst zu erzeugen.
Sondern um ein Zeichen zu setzen – bewusst, sichtbar und unübersehbar – für seine Schülerinnen und Schüler. Franco Delle Donne möchte zeigen, dass Schule mehr sein kann als Stoffvermittlung und Leistungsdruck. Dass Lehrkräfte mehr sein können als Erklärende oder Bewertende. Nämlich Vorbilder. Menschen, die Haltung zeigen. Die nicht nur fordern, sondern vorleben, was möglich ist, wenn man sich ein Ziel setzt und bereit ist, Zeit, Disziplin und Energie zu investieren. Lehrkräfte stehen heute oft unter Druck. Sie gelten als nicht „up to date“, als weit entfernt von der Lebensrealität junger Menschen. Schule wird von vielen Jugendlichen, als starr empfunden, emotionslos, losgelöst von dem, was sie wirklich bewegt. Genau dieses Bild möchte DelleDonne bewusst aufbrechen – nicht mit Appellen oder Moralpredigten, sondern mit einem konkreten Beispiel.
Mit der Veröffentlichung seines Songs „I’m in Love“ (Künstlername: Liana Collins) zeigt er: Man muss kein Profi sein, um etwas Professionelles zu schaffen. Er ist weder ausgebildeter Musiker noch Technikexperte. Der Song und das dazugehörige Video sind das Ergebnis von Neugier, Struktur, Zielstrebigkeit, Routine – und der Bereitschaft, sich Wissen selbstständig anzueignen. Schritt für Schritt. Fehler inbegriffen. Eigenschaften, die Jugendlichen heute oft fehlen – nicht aus Mangel an Talent, sondern aus
fehlender Orientierung. Aus der Gewohnheit, sich berieseln zu lassen, statt Verantwortung für die eigene Zeit und Entwicklung zu übernehmen. Delle Donne plädiert dafür, diesen Kreislauf bewusst zu durchbrechen. „Es geht darum, sich ein Ziel zu setzen und bewusst zu überlegen, welche Schritte nötig sind, um es zu erreichen“, sagt er. „Die technischen Möglichkeiten dafür sind längst Teil des Alltags.“
Inhaltlich greift der Song ein Thema auf, das zeitlos ist, aber gerade heute viele junge Menschen trifft: unerwiderte Liebe. In Zeiten von Dating-Apps, Ghosting, emotionaler Unsicherheit und schneller Oberflächlichkeit erleben Jugendliche Nähe oft als fragil, verletzlich und unbeständig. Während viele moderne Popsongs Gefühle ironisch brechen oder auf Distanz halten, geht „I’m in Love“ einen anderen Weg. Der Song ist offen, direkt, verletzlich – beinahe radikal ehrlich. Diese „unmoderne Ehrlichkeit“ macht ihn auffällig und gleichzeitig hochaktuell. Musikalisch verbindet der Titel klassisches Pop-Handwerk mit modernen Elementen aus Synth-Pop und Nu-Disco: lange, gesungene Vokale, eingängige Melodien, hohe Wiedererkennbarkeit. Ein Sound, der emotional berührt und zugleich dort funktioniert, wo junge Menschen heute unterwegs sind – im Radio, auf TikTok, in Reels.
Doch im Kern geht es nicht um Musik.
Es geht um Haltung. Delle Donne will Jugendlichen zeigen: Ihr müsst nicht perfekt sein. Ihr müsst nicht alles können. Aber ihr müsst anfangen. Ziele setzen. Dranbleiben. Zeit bewusst nutzen. Lernen, gestalten, Verantwortung übernehmen – statt Lebenszeit im endlosen Scrollen zu verlieren. „I’m in Love“ ist damit mehr als ein Song. Es ist ein stilles, aber klares Plädoyer gegen Stillstand. Gegen passiven Konsum. Und für den Mut, aus Möglichkeiten Wirklichkeit zu machen. Der Song „I’m in Love“ ist auf allen gängigen Streamingplattformen sowie auf YouTube verfügbar.
F.DelleDonne
Künstlername: Liana Collins
Titel: I’m in Love
YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=v8MdjUB4G7g

